Drogen: Was Eltern wissen sollten

Wenn aus Kindern Jugendliche werden, mit dem Streben nach Unabh√§ngigkeit, der Lust auf Abenteuer, stellt das Eltern vor neue Herausforderungen. Kennt man noch jeden Weg den die J√ľngeren au√üer Haus nehmen, zumeist auch jeden Freund und jede Freundin, mit welchen der Sohn oder die Tochter ihre Zeit verbringen, so werden die Unternehmungen der √Ąlteren weitestgehend ohne elterliches Zutun organisiert und der Freundeskreis wird zunehmend zur ‚ÄěPrivatsache‚Äú. Neben den Sorgen, die alle Eltern in der Zeit des Erwachsenwerdens umtreibt, kommt bei Eltern herz¬¨kranker Kinder die ‚Äď berechtigte ‚Äď Angst vor gesundheitlichen Konsequenzen hinzu. Suchtmittel und Drogen gef√§hrden die Gesundheit der Konsumenten. Ihr Gebrauch kann zu ernsten und unerwarteten Folgen f√ľhren.  

Im Umfeld von nahezu jedem Jugendlichen wird geraucht und getrunken, h√§ufig werden auch illegale Drogen konsumiert. Trotz Jugendschutz und Verbot vieler Substanzen scheint es einfach zu sein, sich Alkohol, Zigaretten, aber auch illegale Drogen zu beschaffen und diese aus Neugierde, Abenteuerlust oder dem Wunsch, dazu zugeh√∂ren zu probieren. Jugendliche setzen oft aus Unkenntnis oder Leichtsinn ihre Gesundheit aufs Spiel. So wurden im Jahr 2010 45.000 junge Leute zwischen 15 und 25 Jahren mit akuten Vergiftungssymptomen und/oder psychotischen Zust√§nden in ein Krankenhaus eingeliefert, ausgel√∂st durch Drogen. Manch einen f√ľhrt bereits der allererste Griff zur Flasche oder zum Joint in ein Krankenhaus.

Deshalb sind Kenntnisse √ľber Drogen f√ľr alle Eltern wichtig, f√ľr Eltern herzkranker Kinder und Jugendlicher sogar zwingend notwendig. Bedeutend ist: Wie verbreitet sind welche Drogen? Mit welchen Drogen kann mein Kind in Kontakt kommen? Welche Drogen sind besonders gef√§hrlich und l√§sst sich eine besondere Gef√§hrdung meines gesundheitlich vorbelasteten Kindes erkennen? Gerade die letzte Frage ist nur schwer zu beantworten, da wissenschaftliche Daten hierzu fehlen. Aber viele Drogen k√∂nnen bereits bei Gesunden oft so starke Nebenwirkungen zeigen, dass jedem, nicht nur chronisch Kranken, vom Konsum dringend abzuraten ist!

Die Bedeutung von Drogen und deren Verbreitung unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland werden in nationalen und europ√§ischen Studien fortlaufend untersucht. Hiernach wurden die unter Kindern und Jugendlichen verbreiteten Drogen ausgew√§hlt, die im Folgenden vorgestellt werden.  

Alkohol
Alkohol ist in unserer Gesellschaft das am weitesten verbreitete Rauschmittel. Der Konsum von alkoholischen Getr√§nken hat einen festen Platz bei Feiern oder auch bei einem gem√ľtlichen Abendessen. Doch der verantwortungsvolle, bewusste Umgang mit Alkohol f√§llt auch vielen Erwachsenen schwer: 1,3 - 2,5 Mio. Deutsche sind abh√§ngig von Alkohol.
Zwar ist bei Jugendlichen der regelm√§√üige Alkoholkonsum r√ľckl√§ufig. Dennoch gaben in einer Umfrage 2011 in der Altersgruppe der 12- bis 17-J√§hrigen ca. 40% an, im zur√ľckliegenden Monat Alkohol getrunken zu haben. 15 % der minderj√§hrigen Jugendlichen hatten sich letzten Monat betrunken, in der Altersgruppe der 18- bis 25-J√§hrigen war es sogar fast jeder Zweite. Jugendliche trinken, um Spa√ü zu haben, Hemmungen zu √ľberwinden und weniger sch√ľchtern zu sein. Au√üerdem ist das direkte Umfeld entscheidend. Je mehr und je h√§ufiger Alkohol etwa im Freundeskreis getrunken wird, desto h√∂her ist der eigene Alkoholkonsum.

Wirkung:
Alkohol gelangt sehr schnell in alle K√∂rperregionen. Dabei wird die sog. Blut-Hirn-Schranke √ľberwunden ‚Äď der Alkohol gelangt in das Gehirn. Die erlebte Wirkung von Alkohol h√§ngt in erster Linie von der getrunkenen Menge ab, aber auch von der k√∂rperlichen und seelische Verfassung sowie der Gew√∂hnung des Einzelnen. Geringe Mengen Alkohol wirken in der Regel anregend und stimmungssteigernd. Hemmungen und √Ąngste lassen nach und die Kontakt- und die Kommunikations- wie auch die Risikobereitschaft nehmen zu.
Bei steigendem Blutalkoholspiegel kommt es durch die zunehmend bet√§ubende Wirkung zu St√∂rungen der Wahrnehmung und der Aufmerksamkeit. Urteilskraft, Koordinationsf√§higkeit und Sprache werden zunehmend beeintr√§chtigt. Ab etwa 1 Promille befindet man sich im Rauschstadium. Diese Alkoholkonzentration kann ein 55 kg schweres M√§dchen schon nach dem Genuss von zwei Flaschen Bier oder auch einem Glas Wein erreichen. Das r√§umliche Sehen und die Orientierung verschlechtern sich, die Reaktionsf√§higkeit wird erheblich gest√∂rt. Fatalerweise steigt gleichzeitig die Risikobereitschaft, weshalb es im Alkoholrausch h√§ufig zu Unf√§llen kommt. Viele schwere Unf√§lle im Stra√üenverkehr ‚Äď oft mit t√∂dlichen Folgen ‚Äď sind auf Alkoholkonsum zur√ľckzuf√ľhren.
Aufgrund der enthemmenden Wirkung neigen manche Menschen unter dem Einfluss von Alkohol zu aggressivem Verhalten und Gewalt. Alkoholisierte Personen sind jedoch nicht nur Täter, sondern auch Opfer von Gewalt.
Beim sog. Rauschtrinken, also dem Konsum von f√ľnf Gl√§sern alkoholischer Getr√§nke und mehr, werden schnell auch Blutalkoholkonzentrationen von zwei und mehr Promille und damit das sog. Bet√§ubungsstadium erreicht. Erm√ľdung und Benommenheit, starke Gleichgewichts- und Konzentrationsst√∂rungen treten auf, Bewusstseinstr√ľbung, kaum noch vorhandenes Reaktionsverm√∂gen, Verwirrtheit und Erbrechen sind typische Folgen exzessiven Trinkens. Bei sehr hoher Blutalkoholkonzentration kann es zum Koma und zum Atemstillstand, manchmal sogar mit t√∂dlichem Ausgang, kommen (Alkoholvergiftung). Dabei gelten die genannten Promillewerte f√ľr Erwachsene. Bei Jugendlichen bis zum 20. Lebensjahr treten die negativen Wirkungen des Alkohols bereits bei geringeren Promillewerten und zudem gravierender auf, da die k√∂rperliche Entwicklung bei ihnen noch nicht vollst√§ndig abgeschlossen ist. Auch eine starke Gew√∂hnung an Alkohol und sogar eine Alkoholabh√§ngigkeit k√∂nnen sich in jungen Jahren schneller entwickeln.

Besonders beachtenswert:
Ein Alkoholrausch kann unmittelbar Schlaganf√§lle und Herzrhythmus¬¨st√∂rungen ausl√∂sen. Auch die erh√∂hte Unfallgefahr birgt f√ľr Herzpatienten besondere Risiken. Man denke hierbei an die Patienten unter gerinnungshemmender Therapie oder schwerwiegenderen Unfallfolgen aufgrund des vorgesch√§digten Herzens.
Regelm√§√üiger, erh√∂hter Alkoholkonsum f√ľhrt zu Bluthochdruck, Herz¬¨rhythmusst√∂rungen und Herzmuskelentz√ľndungen. Auch die Leber wird in Mitleidenschaft gezogen, leistet sie doch die Hauptarbeit beim Alkoholabbau. Bei vielen Herzpatienten ist die Leber ohnehin belastet, z. B. durch die regelm√§√üige Einnahme von Medikamenten oder auch bei bestehendem ven√∂sen R√ľckstau als Folge einer Herzinsuffizienz.
Bei vielen Medikamenten, z. B. Betablockern, wird aufgrund von Wechselwirkungen vom gleichzeitigen Konsum von Alkohol abgeraten. Die negative Wirkung des Alkohols tritt fr√ľher ein, Nebenwirkungen der Medikamente k√∂nnen verst√§rkt werden.


Nikotin
In Deutschland rauchen ca. 16 Mio. Menschen. Rauchen ist eines der größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Im Jahr 2007 starben etwa 110.000 Menschen (13 % aller Todesfälle) in Deutschland an den direkten Folgen des Rauchens, etwa 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Erfreulicherweise hat sich der Anteil rauchender Jugendlicher im Alter von 12 bis 17 Jahren zwischen 2001 und 2010 mehr als halbiert von ca. 28 % auf 12 %. Jugendliche greifen zur Zigarette weil es cool ist, aus Neugierde, weil Freunde rauchen, um erwachsen zu wirken oder auch um dazuzugehören.
Beim Rauchen erreicht das Nikotin schon innerhalb von 7 bis 8 Sekunden das Gehirn. Dort wirkt es anregend, man f√ľhlt sich wacher, die Leistungsf√§higkeit wird erh√∂ht und eine verbesserte Aufmerksamkeits- und Ged√§chtnisleistung bemerkbar. Gleichzeitig werden Appetit, Stress, Angst, Unsicherheit, Nervosit√§t und M√ľdigkeit unterdr√ľckt. Allerdings wird der K√∂rper durch das Nikotin und die zahlreichen anderen Schadstoffe im Zigarettenrauch stetig vergiftet, weshalb bei Rauchern viele Erkrankungen auftreten k√∂nnen. Atemwegserkrankungen, Herzinfarkt und Krebs seien hier stellvertretend genannt. Der K√∂rper Jugendlicher ist f√ľr Rauchersch√§den anf√§lliger als der von Erwachsenen. Jugendliche Raucher leiden h√§ufiger unter erh√∂hter Herzfrequenz, geringem Durchhalteverm√∂gen bei sportlichen Leistungen und niedrigerer Lungenkapazit√§t und Kurzatmigkeit.
Nikotin macht schnell abh√§ngig, k√∂rperlich und psychisch. Es wirkt auf das sog. Belohnungszentrum im Gehirn, genauso wie Essen oder Trinken. Beim Rauchen "belohnt" sich der Mensch demnach, er f√ľhlt sich nach dem Genuss einfach wohl. Bleibt dieses Wohlgef√ľhl aus, kommt es zu Entzugserscheinungen, die nur durch Nikotin gemildert werden k√∂nnen.

Besonders beachtenswert:
Nach dem Rauchen einer Zigarette beschleunigt sich der Herzschlag und der Blutdruck steigt. Hier sind die Wirkungen auf das Herz unmittelbar. Da beim Rauchen der Hautwiderstand abnimmt und die Hauttemperatur sinkt, frieren Raucher schneller. Herzkranke leiden aufgrund der Kreislaufbelastung ohnehin h√§ufig unter kalten H√§nden und F√ľ√üen. Rauchen verst√§rkt diesen Effekt. Auch gelangt beim Rauchen Kohlenmonoxid in das Blut, wodurch der Sauerstofftransport durch die roten Blutk√∂rperchen in den K√∂rper behindert wird. Es ist vorstellbar, dass dies insbesondere bei zyanotischen Herzfehlern eine besondere Belastung darstellt. Erst acht Stunden nach dem Konsum einer Zigarette ist der Kohlenmonoxidgehalt des Blutes wieder normal und der Sauerstofftransport funktioniert wieder ungehindert.

Abschlie√üend sollte erw√§hnt werden, dass das gerade bei Jugendlichen beliebte Rauchen von Tabak in Wasserpfeifen (Shishas) nicht harmloser ist als Zigarettenrauchen und genauso s√ľchtig macht. Tabakrauch bleibt ein Giftgemisch ‚Äď auch wenn er aus einer Wasserpfeife kommt. Durch das √ľblicherweise lange Rauchen einer Wasserpfeife nimmt der K√∂rper sogar deutlich mehr Nikotin und andere Schadstoffe auf als durch das Rauchen einer Zigarette. Der Rauch von Wasserpfeifen ist zum Teil giftiger als der von filterlosen Zigaretten.

CANNABIS
Cannabis ist die am h√§ufigsten konsumierte illegale Droge. Zwar ist nach dem Bet√§ubungsmittelgesetz (BtMG) Besitz, Anbau und Handel mit Cannabisprodukten verboten, dennoch sind Cannabisprodukte verbreitet und einfach zu beschaffen ‚Äď auch f√ľr Minderj√§hrige, nicht nur abends auf Partys, sondern auch tags√ľber auf dem Schulweg. Dies tr√§gt sicher zu der beachtlichen Verbreitung dieser Rauschdroge unter Jugendlichen bei: jeder vierte 15- bis 16-j√§hrige Sch√ľler hat bereits Cannabis-Erfahrung. In der Altersgruppe der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 ist es nahezu jeder zweite.

Cannabis oder auch Hanf ist eine vielseitig genutzte Pflanze, die bereits seit vor tausenden Jahren als Heilpflanze, aber auch zur Herstellung von Papier, Seilen oder Kleidung eingesetzt wurde. Als Rauschmittel werden weibliche Pflanzen von speziellen Z√ľchtungen verwendet, die einen hohen Gehalt des Wirkstoffs THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten. Diese Substanz ist im Wesentlichen f√ľr die berauschende Wirkung verantwortlich. Neben THC enth√§lt Cannabis √ľber 400 weitere Wirkstoffe, die Auswirkungen auf die Qualit√§t und die Intensit√§t der Rauschwirkung haben und deren Wirkung z. T. nicht bekannt ist.
THC reichert sich in den Bl√§ttern und den Bl√ľtenst√§nden und in einem von den Bl√ľten abgesonderten Harz der weiblichen Hanfpflanze an. Als Rauschmittel wird Cannabis in drei Arten gehandelt:
- als Marihuana, umgangssprachlich auch als Gras bezeichnet (getrocknete Bl√ľten und Blattspitzen der weiblichen Cannabispflanze)
- als  Haschisch, oder auch Dope, Pot, Shit, Weed, Piece oder Ganja (aus dem Harz der Bl√ľtenst√§nde vermengt mit pulverisierten Pflanzenteilen)
- seltener als Haschischöl (konzentrierter Auszug des Cannabis-Harzes).
Hierbei ist der Wirkstoffgehalt mit 1 bis 7% und mehr in Marihuana am geringsten, kann aber je nach Anbaugebiet, -methode und Verarbeitung stark schwanken. Das Haschischöl enthält mit bis zu 50% deutlich mehr THC.
Die verbreitetste Konsumform von Cannabis ist das Rauchen von Joints, das sog. Kiffen. Dabei wird das zerbr√∂selte Haschisch oder Marihuana meist mit Tabak vermengt und zu einer Zigarette gedreht. Auch in Wasserpfeifen werden Cannabisprodukte geraucht, was mitunter zu einem deutlich st√§rkeren Rauscherlebnis f√ľhren kann. Cannabisprodukte werden auch in Tee aufgel√∂st getrunken oder in Keksen ("Spacecakes") verbacken und gegessen.

Beim Rauchen setzt die Wirkung meist unmittelbar ein, da der Wirkstoff sehr schnell √ľber die Atemwege aufgenommen wird. Nach ungef√§hr 15 Minuten erreicht die Wirkung ihr Maximum und klingt nach 30 bis 60 Minuten langsam ab. Nach zwei bis drei Stunden ist das THC weitestgehend abgebaut. In Tee oder Keksen wird das THC langsamer aufgenommen. Die Wirkung tritt erst nach 45- 90 min ein. Insbesondere von nicht erfahrenen Konsumenten werden daher bis zum Wirkungseintritt wesentlich gr√∂√üere Menge Cannabis zu sich genommen als beim Rauchen. Der darauf folgende Rausch kann daher wesentlich intensiver und unvorhersehbar verlaufen.
Die Wirkung von Cannabis kann sehr verschieden sein und wird durch die Qualit√§t des Stoffes, die Art des Konsums (Rauchen oder Essen), der verwendeten Menge, aber auch der Grundstimmung und der psychischen Stabilit√§t der Konsumierenden beeinflusst. Insgesamt erlebt jeder Konsument den Cannabisrausch etwas anders, denn die Wirkung auf das Denken, Empfinden und F√ľhlen oder H√∂ren, Sehen und Schmecken kann sehr individuell sein. Dabei sind gew√ľnschte Wirkungen Gelassenheit, Entspannung, Heiterkeit, aber auch ver√§nderte Sinneswahrnehmungen z. B. von Farben oder Musik oder das intensivere Empfinden von Ber√ľhrungen. Jugendliche erwarten oder erhoffen vom Cannabiskonsum, leichter soziale Kontakte kn√ľpfen und Hemmungen abbauen zu k√∂nnen. Laut eigenen Aussagen seien sie weniger sch√ľchtern und es falle ihnen leichter, auf andere zuzugehen. Auch eine intensivere Wahrnehmung von Sinneseindr√ľcken, sowohl gedanklich als auch k√∂rperlich wird oft als positiv empfundene Wirkung genannt. Viele aber sp√ľren auch eine Beeintr√§chtigung durch Cannabis: Konzentrationsprobleme, Schwierigkeiten im Denken, vor allem ein verlangsamtes Reaktionsverm√∂gen.
Negative Cannabiserfahrungen sind eingeschr√§nkte Merkf√§higkeit bis hin zum Filmriss, Verwirrtheit, Unruhe und Angst bis hin zu Panikreaktionen, Verfolgungsphantasien oder Halluzinationen als regelrechte Horrortrips. Bei psychisch labilen Menschen, die ohnehin unter √Ąngsten und Stimmungsschwankungen, aber auch Depressionen leiden, kann der Cannabiskonsum eine schwere Krise bis hin zur Psychose ausl√∂sen, was eine psychiatrische Behandlung notwendig macht.

Der Wirkstoff THC und die daraus im K√∂rper entstehenden Abbauprodukte lagern sich im Fettgewebe und in der Leber ein. Noch mehr als vier Wochen nach dem Cannabiskonsum k√∂nnen Abbauprodukte des THCs √ľber den Urin ausgeschieden werden. Dies kann zu einem positiven Drogentest noch nach Wochen f√ľhren.

Jeder vierte 15- bis 16-j√§hrige Jugendliche macht Angaben, die auf einen bedenklichen Cannabiskonsum schlie√üen lassen. H√§ufiger Konsum von Cannabis f√ľhrt zu St√∂rungen der Konzentration, der Lernf√§higkeit und des Kurzzeitged√§chtnisses. Auch kann sich eine psychische Abh√§ngigkeit entwickeln. Die Betroffenen haben das Gef√ľhl, nicht mehr ohne Cannabis "zurecht" zu kommen. Das Risiko, von Cannabis abh√§ngig zu werden, ist nicht f√ľr jeden Menschen gleich. Psychische Probleme wie Depressionen k√∂nnen dieses Risiko erh√∂hen, und stellen f√ľr die Betroffenen oft die eigentliche Problematik dar, nicht die Abh√§ngigkeit als solche. Eine m√∂gliche k√∂rperliche Abh√§ngigkeit wird aufgrund von zu beobachtenden Entzugserscheinungen nicht ausgeschlossen.  

Besonders beachtenswert:
Cannabiskonsum kann negative k√∂rperliche Auswirkungen haben. √úbelkeit und Schwindel, und auch eine Beschleunigung des Herzschlags werden h√§ufig berichtet. Die Erh√∂hung der Herzfrequenz kann zu deutlichen Missempfindungen f√ľhren und alle m√∂glichen positiven Empfindungen √ľberdecken. Insbesondere bei einem vorgesch√§digten Herzen kann die beschleunigte Herzfrequenz schnell zu Kreislaufbeschwerden f√ľhren. Herzpatienten sind daher besonders gef√§hrdet, sich durch Cannabiskonsum zu sch√§digen.
Das Rauchen von Cannabis, insbesondere als sog. Mischkonsum mit Tabak, belastet zudem stark die Atemwege. Die Sch√§digung der Lunge ist beim Kiffen um ein Vielfaches h√∂her als beim konventionellen Rauchen. Bei h√§ufigem Konsum werden dementsprechend Bronchitis und auch Asthma-artige Beschwerden beobachtet. Demnach gilt f√ľr Menschen mit vorbelasteter Lunge das gleiche wie f√ľr Herzpatienten: das Risiko sich zu sch√§digen ist deutlich gr√∂√üer als bei Gesunden.

Kr√§utermischungen wie Spice und andere sog. ‚ÄěLegal highs‚Äú
Spice und √§hnliche Kr√§utermischungen werden zusammen mit anderen neuartigen synthetischen Rauschmitteln unter dem Begriff ‚Äělegal highs‚Äú zusammengefasst. Legal sind diese Drogen zun√§chst, weil nur verboten werden kann was bekannt ist. Legal hei√üt definitiv nicht, dass es sich um unbedenkliche Stoffe handelt. Die harmlos wirkenden, bunt verpackten Produkte enthalten meist Bet√§ubungsmittel oder √§hnlich wirkende chemische Wirkstoffe und werden als Kr√§utermischungen, als ‚ÄěBadesalze‚Äú oder auch in Pillenform zu Rauschzwecken geraucht, geschluckt, gesnieft oder geschn√ľffelt.
Mit Spice wurde 2008 eine solche neuartige synthetische Droge bundesweit bekannt, und lenkte die Aufmerksamkeit auf den bis heute stark zunehmenden, sehr problematischen Trend der Legal highs.
Spice & Co. wurden als lufterfrischende R√§ucherware zun√§chst frei gehandelt. Bekannt wurde Spice 2008 jedoch als Rauschdroge, die eine √§hnliche Wirkung wie Cannabis aufweist, jedoch um ein Vielfaches verst√§rkt. Es wurde nachgewiesen, dass f√ľr die psychoaktive Wirkung nicht die enthaltenden Kr√§uter verantwortlich sind, sondern beigemischte synthetische Cannabinoide. Diese sind chemisch mit dem Cannabiswirkstoff THC verwandt und lassen sich relativ einfach herstellen. Der Konsum von solchen Substanzen ist in mehrfacher Hinsicht problematisch. Die Kr√§utermischungen enthalten die Cannabinoide in stark schwankender und zumeist wesentlich h√∂herer Menge, z. T. bis zur 20fachen Konzentration, verglichen mit dem THC-Gehalt von Cannabis. Wegen der hohen Wirksamkeit kann es leicht zu √úberdosierungen kommen. Dar√ľber hinaus k√∂nnen mit dem Rauchen Risiken f√ľr die Atemwege verbunden sein. Unklar ist, welche Giftstoffe beim Verbrennen der Kr√§uter selbst entstehen, die inhaliert werden und die Lunge sch√§digen k√∂nnen.
Per Eilverordnung wurden Anfang 2009 die bedeutendsten k√ľnstlichen Cannabinoide nach dem Bet√§ubungsmittelgesetz verboten. Im Jahr 2009 verf√ľgten 7% der 15- bis 18-J√§hrigen in Frankfurt am Main √ľber Erfahrungen mit Kr√§utermischungen wie Spice. Allerdings ist der aktuelle Konsum von 2008 auf 2009 mutma√ülich durch das Verbot und die Aufkl√§rung √ľber die Risiken zur√ľckgegangen. 2008 gaben drei von 100 und 2009 nur noch einer an, in den vergangenen 30 Tagen Kr√§utermischungen konsumiert zu haben.

Jedes Jahr werden neue psychoaktive Stoffe bekannt. Allein im Jahr 2010 wurden in der Europäischen Union 41 erstmalig nachgewiesen, mehrheitlich neue synthetische Cannabinoide, aber auch viele sog. synthetische Cathinone, wie Mephedron. Deren Wirkung ist am ehesten mit Kokain vergleichbar. Bis zum Verbot 2010 wurde Mephedron als legale Alternative zu Ecstasy, Amphetaminen oder Kokain frei verkäuflich angeboten.
Bis heute können psychoaktive, also berauschende Kräutermischungen, Pillen o. ä. im Internet bezogen werden. Versprochen werden Bewusstseinserweiterung, Durchhaltevermögen auf Partys, neue Körper- und Sinneserfahrungen. Dabei wird häufig suggeriert, dass es sich um erlaubte und damit harmlose Rauschmittel oder Stimulanzen handelt.
Experten warnen eindringlich vor dem Konsum von Legal highs, gleichg√ľltig ob verboten oder nicht. Die Konsumenten wissen nicht, welcher Wirkstoff in welcher Konzentration in diesen Drogen enthalten ist, so dass das gesundheitliche Risiko nicht eingesch√§tzt werden kann. Nach dem Konsum von ‚ÄěLegal Highs‚Äú-Produkten wurde von schweren, mitunter lebensgef√§hrlichen Nebenwirkungen berichtet: am h√§ufigsten exzessives Schwitzen, Kopfschmerzen, √úbelkeit, Herzrasen und kalte oder sogar blau angelaufene Finger. Jugendliche Patienten wurden in Krankenh√§usern mit schwerwiegenden Vergiftungssymptomen wie Herz-Kreislaufversagen bis hin zum Herzstillstand, Ohnmacht, Wahnvorstellungen, Muskelzerfall, oder drohendem Nierenversagen behandelt.
Bei solch schwerwiegenden Nebenwirkungen sollte grundsätzlich jeder auf den Konsum dieser Substanzen verzichten. Bei bestehender Herz-Kreislauf Belastung oder auch bei Erkrankungen der Leber wird selbst auf Internetseiten, die Legal-Highs-Produkte vertreiben, von einem Konsum abgeraten.

Weitere illegale Drogen
Die mit Abstand am h√§ufigsten konsumierte illegale Droge ist das bereits besprochene Cannabis. Jeder zehnte Jugendliche zwischen 15 und 16 Jahren hatte 2007 jedoch auch Erfahrungen mit anderen verbotenen Drogen. Am h√§ufigsten wurden hierbei mit ca. 6% die Amphetamine genannt, gefolgt von psychoaktiven Pilzen mit nahezu 5%. Ecstasy, Kokain und LSD wurden von etwas mehr als drei von 100 Sch√ľlern bereits einmal ausprobiert, bei Crack und Heroin waren es immerhin weniger als zwei von 100. Eine besondere Bedeutung hat das sog. GHB (gamma-Hydroxy-Butters√§ure). Zwei Prozent der Jugendlichen berichten von Erfahrungen mit dieser Substanz als Droge, allerdings wird GHB in Form von K.o.-Tropfen mit Bezug zu Straftaten zunehmend eine Gefahr und ist daher besonders zu beachten.

Amphetamin (‚ÄěSpeed‚Äú) und Methamphetamin (‚ÄěCrystal‚Äú)
Amphetamin und das chemisch sehr √§hnliche Methamphetamin z√§hlen wie auch Kokain zu den sog. Stimulanzien, die aktivierend und anregend wirken, die Aufmerksamkeit erh√∂hen und die M√ľdigkeit verringern. Gehandelt werden diese beiden chemisch synthetisierten, also k√ľnstlichen Drogen als wei√üliches oder gelbes Pulver. H√§ufig sind Zus√§tze beigemischt, Koffein oder auch Parazetamol, getreckt wird z. B. mit Laktose oder Glucose. In der Regel werden Amphetamin und Methamphetamin durch die Nase gesnieft, seltener aufgel√∂st und injiziert. Insbesondere das Methamphetamin wird auch in Form von Tabletten und Kapseln zum Schlucken angeboten oder auch geraucht.

Chemisch mit Amphetamin nahe verwandte Substanzen findet man in verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Ritalin zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizits- und Hyperaktivitätssyndroms (ADHS).
Amphetamin und Methamphetamin wirken auf das zentrale Nervensystem, wobei Methamphetamin eine deutlich st√§rkere und auch l√§nger anhaltende Wirkung zeigt. Im Gehirn werden durch den Konsum dieser Drogen Botenstoffe ausgesch√ľttet, die eine Leistungssteigerung des K√∂rpers und allgemeines Wohlbefinden ausl√∂sen. Der Blutdruck und die Herzfrequenz steigen, das Selbstvertrauen nimmt zu, man f√ľhlt sich sowohl k√∂rperlich als auch geistig leistungsf√§hig, Hunger, Durst und M√ľdigkeit werden unterdr√ľckt. Diese Wirkungen erkl√§ren auch die missbr√§uchliche Verwendung von Amphetamin als Dopingmittel. Die Wirkung der Amphetamine beginnt ca. 30 min nach der Einnahme und h√§lt lange an, bei Methamphetamin bis zu 20 Stunden.

Die mangelnde Wahrnehmung von Ersch√∂pfung, M√ľdigkeit, Hunger und Durst birgt eines der gr√∂√üten akuten Risiken des Amphetamin-und Methamphetaminkonsums. Die Energiereserven des K√∂rpers werden v√∂llig ausgesch√∂pft. Erregungszust√§nde mit Zittern und extremer Nervosit√§t bis hin zu Krampfanf√§llen sind m√∂gliche Folgen. Unter k√∂rperlicher Anstrengung durch Sport oder Tanzen kann es zu einer gef√§hrlichen Erh√∂hung der K√∂rpertemperatur bis zum Kreislaufkollaps kommen. Die hohe Belastung von Herz und Kreislauf kann Schlaganf√§lle und Herzinfarkte ausl√∂sen.

Weitere Risiken des Amphetamin- und Methamphetaminmissbrauchs sind Wahnvorstellungen mit starken Angstzust√§nden. Besonders charakteristisch sind Halluzinationen, bei denen die Betroffenen davon √ľberzeugt sind, dass Ameisen, L√§use oder Wanzen unter ihrer Haut laufen w√ľrden. Dies verursacht meist hektisches Reiben und Kratzen, um die Irritationen zu beheben.
Sowohl Amphetamin als auch Methamphetamin machen s√ľchtig. Es kommt zu einem starken Verlangen, zu einer intensiven psychischen Abh√§ngigkeit nach der Droge, um z. B. bestimmte Gef√ľhle wie gesteigertes Selbstbewusstsein auch im Alltag hervorzurufen. Zudem gew√∂hnt sich bei regelm√§√üigem Konsum das Gehirn an die Wirkung der Substanzen: um die erhoffte Wirkung zu erzielen, m√ľssen immer gr√∂√üere Mengen genommen werden. Erh√∂hte Dosen von Amphetaminen, insbesondere aber der regelm√§√üige Konsum von Methamphetamin, k√∂nnen das Gehirn durch die Zerst√∂rung von Nervenzellen dauerhaft sch√§digen. Bei Langzeitkonsum zeigt sich dies in einem Nachlassen der Denkleistung sowie in Ged√§chtnis- und Konzentrationsproblemen. Weitere Folgen k√∂nnen starker Gewichtsverlust oder auch Herzrythmusst√∂rungen, Schlafst√∂rungen, Kopfschmerzen und Depressionen sein, oder auch Haut, Z√§hne oder Magen betreffen.

Besonders beachtenswert:
Allein die beschriebene Wirkung der Amphetamine, Signale des K√∂rpers nicht mehr wahrzunehmen, kann f√ľr Menschen mit Herzproblemen besonders dramatische Folgen haben. Die √úberlastung des Kreislaufs wahrnehmen zu k√∂nnen und mit Ruhepausen dem geschw√§chten Herz die M√∂glichkeit zur Erholung zu geben, m√ľssen schon j√ľngere Kinder mit angeborenen Herzfehlern lernen. Die Missachtung der Signale des Kreislaufs kann zu bedrohlichen Herz-Kreislauf Problemen f√ľhren. Auch andere Auswirkungen, wie die √úberhitzung des K√∂rpers bei Anstrengung nach Amphetaminkonsum, die Blutdruck- und Herzfrequenz-steigernde Wirkung oder die Gefahr von Herzrythmusst√∂rungen sind f√ľr Herzpatienten bedrohlicher als f√ľr Gesunde.
Bei bestehender Herzproblematik muss aufgrund m√∂glicher lebensbedrohlicher Nebenwirkungen unbedingt auf Amphetamin und Methamphetamin verzichtet werden. Der Verzicht sollte auch f√ľr jeden gesunden Menschen selbstverst√§ndlich sein.

Berauschende Pilze: magische Pilze oder auch Zauberpilze
Pilze wurden bereits vor vielen tausend Jahren als Rauschmittel verwendet. Mehr als 100 Arten berauschend wirkender Pilze, die auch magische Pilze, Psilopilze oder Zauberpilze genannte werden, sind bekannt. Die meisten enthalten als halluzinogene Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin. Die chemische Struktur von Psilocybin ähnelt der der bekannten halluzinogenen Droge LSD, und wirkt auch ähnlich. Zauberpilze sind nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten.
Im K√∂rper wird Psilocybin zu Psilocin, der eigentlichen Wirksubstanz der Pilze, umgewandelt. Psilocin ist dem k√∂rpereigenem Botenstoff Serotonin √§hnlich, einem sog. Neurotransmitter mit vielf√§ltigen Aufgaben bei der Signal√ľbertragung im K√∂rper, u. a. in der Muskulatur, dem Herz-Kreislauf- und dem zentralen Nervensystem. Ernsthafte k√∂rperliche Nebenwirkungen hat der Konsum von Zauberpilzen wohl dennoch nicht, gravierend k√∂nnen aber die psychischen Auswirkungen sein.
Alle halluzinogenen Drogen k√∂nnen tiefgreifende psychische Ver√§nderungen hervorrufen: Denken, Empfindungen, das Gef√ľhl f√ľr Raum und Zeit und f√ľr sich selbst werden massiv beeinflusst. Eingefahrene Denkstrukturen werden durchbrochen und abgel√∂st von assoziativen Gedankenketten. Sinnest√§uschungen k√∂nnen alle K√∂rpersinne betreffen: Sehen, H√∂ren, Schmecken und das Wahrnehmen von Ber√ľhrung. Die Objekte der Umgebung scheinen in Bewegung zu geraten, ihre Form zu verlieren.
Die durch Pilze oder andere Halluzinogene ausgel√∂sten psychischen Ver√§nderungen sind abh√§ngig von der Wirkstoffdosis, aber auch stark von der konsumierenden Person selbst und der Situation, in der die Droge genommen wird. Positive Empfindungen werden bis zur Euphorie verst√§rkt, negative Gef√ľhle wie Panik und Angst werden bis zum Horrortrip ausgedehnt. Die schwerwiegendste Nebenwirkung von halluzinogenen Drogen ist das H√§ngenbleiben in der Scheinwelt. Die Betroffenen finden nicht mehr in die Realit√§t zur√ľck, man spricht von ‚Äědrogeninduzierter Psychose‚Äú.
Die Dosierung des Rauschmittels ist bei Pilzen besonders problematisch. Der Psilocybin-Gehalt schwankt stark, so dass der Konsument nicht abschätzen kann, wie viel Halluzinogen er einnehmen wird. Damit ist auch die Rauschempfindung nicht abschätzbar und kann von leichten Halluzinationen bis hin zum völligen Realitätsverlust schwanken.

Besonders beachtenswert:
Die Gefahren f√ľr die psychische Gesundheit durch halluzinogenen Drogen wie Pilzen ist unbeeinflusst von einer bestehenden k√∂rperlichen Vorbelastung. √úber besondere k√∂rperliche Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Patienten gibt es bislang noch keine Ver√∂ffentlichungen. Doch allein aus dem Realit√§tsverlust l√§sst sich ein h√∂heres Gesundheitsrisiko f√ľr chronisch Kranke ableiten, z. B. wenn sie Medikamenteneinnahmen vers√§umen. Weiterhin besteht insbesondere im Rahmen eines Horrortrips das Risiko von k√∂rperlichen Belastungsreaktionen, z. B. durch schwere Erregungszust√§nde in Panik oder auch durch Fluchtinstinkte ausgel√∂st durch Angstzust√§nde.

Ecstasy
Als Ecstasy wird vor allem die Substanz MDMA (3,4-Methylendioxymeth¬amphetamin), aber auch chemisch nahe verwandte Stoffe als Droge in Form von Pillen oder Kapseln gehandelt. Auch Beimischungen von anderen psychoaktiven Substanzen wie Amphetamin, Methamphetamin, Koffein, Ephedrin oder Ketamin wurden in Ecstasyproben nachgewiesen.
Wie bereits bei den Pilzen beschrieben, ist auch die Wirkung von Ecstasy nicht nur abh√§ngig von der Zusammensetzung und Dosierung, sondern auch von der Situation, in der der Konsum stattfindet und der Stimmung und den Erwartungen des Konsumierenden selbst. Die erlebte Wirkung kann daher sehr verschieden sein. Beschrieben werden Gef√ľhle des Gl√ľcks, der Liebe und der Entspannung. Ecstasy kann anregend und aktivierend wie Amphetamine wirken oder die optische Wahrnehmung ver√§ndern wie Halluzinogene. Aber auch unangenehme Auswirkungen wie Schwindelgef√ľhle, √úbelkeit und Schwei√üausbr√ľche k√∂nnen mit dem Konsum einhergehen.
Ecstasy kann auch das k√∂rperliche Wohl gef√§hrden: Herzrasen, Ansteigen der K√∂rpertemperatur und Austrocknung, Nieren- und Leberversagen und Kreislaufkollaps sind als ‚ÄěNebenwirkung‚Äú bekannt. Depressionen, Psychosen und massive Angstzust√§nde als Horrortrip sind die m√∂glichen negativen, gef√§hrlichen Auswirkungen auf die Psyche.
Auch von Todesf√§llen im Zusammenhang mit Ecstasy wird berichtet, z. B. nach Nieren- und Leberversagen als Folge von √úberhitzung und Austrocknung. Besonders unter ung√ľnstigen Bedingungen, beispielsweise in schlecht klimatisierten und hei√üen R√§umen sowie bei starker k√∂rperlicher Beanspruchung wie ausdauerndem Tanzen, steigt die Gefahr der lebensgef√§hrlich erh√∂hten K√∂rpertemperatur.
Das Abh√§ngigkeitspotential von Ecstasy wird eher als gering betrachtet. Allerdings f√ľhrt eine sich entwickelnde Toleranz gegen√ľber dem Wirkstoff dazu, dass immer gr√∂√üere Mengen eingenommen werden. Regelm√§√üiger Ecstasy-Konsum kann zu Sch√§digungen von Nervenzellen f√ľhren mit negativen Auswirkungen z. B. auf das Lernverm√∂gen.

Besonders beachtenswert:
Die beschriebenen, z. T. schwerwiegenden, Gesundheitsgefahren wie Herzrasen oder Kreislaufkollaps, erscheinen bei bestehender Vorbelastung entsprechend schwerwiegender. Auch körperliche Belastungsreaktionen als Folge eines Horrortrips wie bereits bei den halluzinogenen Zauberpilzen beschrieben, sind möglich.

Kokain, ‚ÄěFreebase‚Äú und Crack
Kokain wird aus den Bl√§ttern des Coca-Strauchs gewonnen. Schon vor mehr als tausend Jahren kauten die Indios Cocabl√§tter um Hunger, Durst und Ersch√∂pfung bei langen Wanderungen in den Anden zu √ľberwinden. Die Kokainkonzentration in den Bl√§ttern ist jedoch gering. In konzentrierter Form wird Kokain als Kokainhydrochlorid, ein wei√ües, kristallines Pulver, gewonnen.
Am häufigsten wird Kokain durch die Nase gesnieft, seltener wird es aufgelöst und gespritzt. Durch Erhitzen mit Chemikalien kann Kokain in schneller und intensiver wirkende Produkte umgewandelt werden: durch Kochen mit Ammoniak entsteht die sog. Freebase, mit Backpulver und Wasser das sog. Crack. Sowohl Freebase als auch Crack werden geraucht.

Kokain z√§hlt wie die Amphatamine zu den Stimulanzien und wird als Aufputschmittel eingesetzt. Injiziert oder als Crack oder Freebase geraucht, setzt die Wirkung praktisch unmittelbar und sehr heftig ein, beim Schn√ľffeln nach einigen Minuten. Die Aussch√ľttung k√∂rpereigener Botenstoffe l√∂st eine massive Stimulation des zentralen Nervensystems aus. Die Herzfrequenz steigt, ebenso der Blutdruck, die K√∂rpertemperatur und die Atemfrequenz. Die Stimmung hellt sich auf, das Selbstwertgef√ľhl steigt. Man f√ľhlt sich wacher, leistungsf√§higer, fast euphorisch, Hunger und Durst verschwinden. Diese Effekte halten jedoch nur kurz an, beim Rauchen oder Spritzen nur bis zu 10 min, bei Schn√ľffeln maximal eine Stunde. Beim Nachlassen der Rauschwirkung treten negative Empfindungen in den Vordergrund: Niedergeschlagenheit, M√ľdigkeit und Ersch√∂pfung, aber auch Angstzust√§nde, Schuldgef√ľhle, Selbstvorw√ľrfe bis hin zu Suizidgedanken k√∂nnen auftreten. Somit stellt sich ein starkes Bed√ľrfnis ein, bei nachlassender Wirkung erneut zu konsumieren. Die Gefahr einer schwerwiegenden psychischen Abh√§ngigkeit ist hoch.

Die Stimulierung des Nervensystems sowie das Aussch√∂pfen der Kraftreserven des K√∂rpers durch Kokain, Freebase und Crack kann vielf√§ltige negative Auswirkungen bis hin zu einem t√∂dlichen Verlauf haben: √úbererregung und Krampfanf√§lle, Bewusstseinsst√∂rungen bis hin zum Koma, Aggressivit√§t, depressive Wahnvorstellungen und Halluzinationen, √úberhitzung des K√∂rpers, Tachykardie und Bluthochdruck, Schock und Herz- und Atemstillstand. Kokain ist ein h√§ufigster Ausl√∂ser von sog. Konorarspasmen. Hierbei verengen sich die Herzkranzgef√§√üe, was im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt mit schwerwiegender irreversibler Sch√§digung des Herzmuskels auch mit t√∂dlichem Ausgang f√ľhren kann. Ein durch Kokain ausgel√∂ster Herzinfarkt kann auch sehr junge Menschen betreffen ‚Äď auch bereits beim ersten Konsum dieser Droge. Beim Rauchen von Crack und Freebase besteht die Gefahr von dauerhaften Lungensch√§den.

Besonders beachtenswert:
Kokain in allen Konsumformen birgt große Risiken, sich akut zu schädigen oder abhängig zu werden. Beschriebene Herz-Kreislaufsymptomatiken können bei herzgesunden ebenso wie bei vorbelasteten Konsumenten auftreten, wobei das Risiko des fatalen Ausgangs bei letzteren wohl höher einzuschätzen ist. Grundsätzlich ist jedem vom Kokainmissbrauch dringend abzuraten.

Heroin und andere Opiate
Opium, Morphium und Heroin sind Rauschmittel, die aus dem Milchsaft des Schlafmohns gewonnen werden. Der Schlafmohn ist seit mehreren tausend Jahren als Rauschdroge, aber auch als Heilmittel, bekannt. Der Milchsaft aus den Samenkapseln des Schlafmohns, das Rohopium, enth√§lt verschiedene Wirkstoffe, vor allem Morphin und Codein.  
Das als harte Droge nahezu jedem bekannte Heroin wird durch chemische Umwandlung aus Morphin gewonnen. Heroin wurde interessanterweise urspr√ľnglich als Medikament gegen Husten, Schmerzen und gegen Morphinsucht entwickelt. Schnell aber wurde deutlich, dass Heroin nicht nur deutlich st√§rker wirkt als andere Opiate, sondern auch ein noch wesentlich gr√∂√üeres Abh√§ngigkeitspotential aufweist.
Rohopium wird durch Erhitzen und Fermentation in sog. Rauchopium umgewandelt, welches z. B. in Wasserpfeifen geraucht wird. Opium kann auch gegessen und, gelöst in Alkohol, auch getrunken werden (Laudanum). Heroin wird am häufigsten als Lösung gespritzt. Inhaliert werden die Dämpfe, die beim Erhitzen von Heroin auf Aluminiumfolie entstehen. Auch durch Rauchen oder Sniefen kann Heroin konsumiert werden.

Opiate ahmen im Gehirn die Wirkung von k√∂rpereigenen opiat√§hnlichen Stoffen, den Endorphinen nach. Endorphine werden in Notsituationen ausgesch√ľttet und sch√ľtzen den K√∂rper vor Schmerz. Auch an instinktgesteuertem Verhalten, z. B. Aggression, sollen Endorphine beteiligt sein.
Alle Opiate wirken schmerzstillend und werden Schwerstkranken wie Tumorpatienten zur Linderung schwerer Schmerzzust√§nde verabreicht. Auch haben Opiate eine beruhigende und hypnotische, auch euphorisierende Wirkung. Heroinkonsum d√§mpft die geistige Aktivit√§t und beseitigt unangenehme Empfindungen. Angst, Probleme und Konflikte werden ausgeblendet. Der Konsument f√ľhlt sich vollkommen gl√ľcklich und zufrieden.
Die Intensit√§t der Wirkung der Opiate h√§ngt von der Substanz und der Konsumform ab. Opium wirkt weniger intensiv als Heroin, injiziertes Heroin st√§rker als gesnieftes oder gerauchtes. Alle Opiate, insbesondere Heroin, machen s√ľchtig, sowohl k√∂rperlich als auch psychisch. Die Dosis muss st√§ndig gesteigert werden, will man immer wieder die gew√ľnschte Wirkung zu erzielen.
Die Risiken des Konsums von Opiaten, insbesondere Heroin sind vielf√§ltig: Besonders hoch ist die Gefahr einer akuten Vergiftung aufgrund des schwankenden Reinheitsgrades und dem Verlangen des K√∂rpers nach immer mehr Stoff in immer k√ľrzeren Abst√§nden. Heroin ist die Droge mit dem mit Abstand h√∂chsten Anzahl an Todesf√§llen. Eine √úberdosierung f√ľhrt zu Bewusstlosigkeit, Ateml√§hmung, Kreislaufversagen und Verlangsamung der Herzt√§tigkeit.

Der hohe Preis und der steigende Bedarf f√ľhren zwangsl√§ufig zu Beschaffungskriminalit√§t und Prostitution bei gleichzeitiger Verwahrlosung und sozialer Isolation. Heroins√ľchtige sind nicht mehr in der Lage, einem geregelten Leben nachzugehen. Hinzu kommt, dass viele sich √ľber gemeinsam genutzte Spritzen mit Hepatitis oder HIV infizieren.

Besonders beachtenswert:
Durch mitinjizierte Fremdstoffe kann es bei l√§ngerfristigem intraven√∂sem Heroinmissbrauch zur Sch√§digung des Herzens kommen. Schmutzstoffe bleiben insbesondere an der Trikuspidalklappe h√§ngen und f√ľhren zu entz√ľndlichen Prozessen bis hin zur irreversiblem Klappenzerst√∂rung. Das gro√üe Gef√§hrdungspotential durch Opiate und die schnelle und starke Abh√§ngigkeit, insbesondere durch Heroin, bedeutet f√ľr jeden: keine Opiate und vor allem kein Heroin!

LSD
Die synthetische, also chemisch hergestellte, illegale Droge LSD (Lysergs√§ure-Diethylamid) ist mit den Inhaltsstoffen des sog. Mutterkorns verwandt, einem Pilzsch√§dling im Getreide und eine bereits seit Jahrhunderten bekannte Naturarznei. LSD wurde als Medikament in der Psychotherapie in manchen L√§ndern bis in die 1990er Jahre verwendet um dem Therapeuten das ‚ÄěEindringen in das Unterbewusstsein‚Äú des Patienten zu erm√∂glichen.

Heute wird LSD illegal in kleinen Chemielaboratorien produziert. Es wird entweder als L√∂sung auf kleine, mit verschiedenen Motiven bedruckten Papierst√ľckchen (‚ÄěPappen‚Äú) oder Zuckerw√ľrfel getr√§ufelt und eingenommen. Weiterhin werden kleine LSD-Pillen (‚ÄúMikros‚ÄĚ) gehandelt. Der Wirkstoffgehalt kann wie bei allen illegalen Drogen stark schwanken.
LSD ist die st√§rkste bekannte psychoaktive Droge, schon ein zehntausendstel Gramm zeigt Wirkung. LSD ist ein Halluzinogen wie die bereits beschriebenen magischen Pilze. Halluzinogene k√∂nnen tiefgreifende psychische Ver√§nderungen bewirken. Sie beeinflussen Gef√ľhle und Selbstempfindung, die Wahrnehmung von Raum und Zeit, ver√§ndern Sinneswahrnehmungen, das Sehen von Farben und Formen, ebenso wie F√ľhlen oder H√∂ren. Wie im Film laufen irreale Szenen ab, der Realit√§tssinn geht verloren. Ein LSD-Rausch kann als angenehm empfunden werden, aber auch Angst und Panik bis hin zu Todesangst im Horrortrip steigern. In welche Richtung LSD die Sinnest√§uschungen f√ľhrt, ob positives Empfinden oder Horrortrip, ist unvorhersehbar, da es von dem Umfeld, in dem konsumiert wird, abh√§ngig ist, aber auch von dem seelischen Befinden des Konsumenten. Der Eingriff in die Psyche kann sehr intensiv und langanhaltend sein, weshalb Personen mit psychischen Problemen dringend vom Konsum abgeraten wird. Ein LSD-Rausch beginnt nach etwa einer halben Stunde und h√§lt 6 bis 12 Stunden lang an. Dem Rausch folgen h√§ufig M√ľdigkeit und Depression. Die Einnahme von LSD l√∂st √ľberwiegend psychische Ver√§nderungen aus. Physisch kann es zu einer Erh√∂hung der Herzfrequenz, Erweiterung der Pupillen und erh√∂hter K√∂rpertemperatur kommen.
Ein hohes Risiko des LSD-Rausches f√ľr den Konsumenten stellen Orientierungslosigkeit und Realit√§tsverlust dar. Gefahrensituationen, z. B. Im Stra√üenverkehr, werden falsch eingesch√§tzt, Panikattacken k√∂nnen zu Fehlreaktionen f√ľhren. Besonders schwerwiegend ist das Risiko einer Psychose, dem dauerhaften Verbleiben in der durch den Drogenrausch ver√§nderten Realit√§t.
LSD macht nicht k√∂rperlich abh√§ngig wie Alkohol oder Heroin. Es besteht allerdings bei h√§ufigem Konsum das Risiko einer seelischen Abh√§ngigkeit, dem stetigen Bed√ľrfnissen nach den Empfindungen des Rausches.

Besonders beachtenswert:
Aufgrund der tiefgreifenden psychischen Auswirkungen von LSD sollte vom Konsum grunds√§tzlich abgesehen werden. Der √ľber Stunden anhaltende Rausch mit Realit√§tsverlust kann ein h√∂heres Gesundheitsrisiko f√ľr chronisch Kranke darstellen wenn z. B. Medikamenteneinnahmen vers√§umt werden oder leichtsinniges Verhalten das Unfallrisiko erh√∂ht. Auch besteht das Risiko einer k√∂rperlichen √úberlastung als Folge des Drogenrausches.

GHB ‚ÄěLiquid Ecstasy‚Äú
GHB ist die Abk√ľrzung f√ľr die synthetische Droge Gammahydroxybutters√§ure. Umgangssprachlich wird GHB auch als Liquid Ecstasy bezeichnet, obwohl es sowohl im Hinblick auf die Wirkung als auch chemisch gesehen mit Ecstasy nichts gemeinsam hat. GHB wurde, wie auch andere bereits vorgestellte Drogen, zun√§chst f√ľr medizinische Zwecke entwickelt und als Narkosemittel verwendet. Seit M√§rz 2002 f√§llt GHB jedoch unter das Bet√§ubungsmittelgesetz, welches jeglichen Umgang unter Strafe stellt. Zwar haben mit ca. 2,2 % der 2007 befragten 15- bis 16-J√§hrigen weniger junge Menschen Erfahrungen mit dem Konsum von GHB, allerdings ist eine deutliche Zunahme in den letzten Jahren zu verzeichnen.

GHB hat eine einfache chemische Struktur, so dass die illegale Herstellung nicht besonders problematisch ist. Die Substanz ist fl√ľssig, farb- und geruchlos und schmeckt allenfalls leicht salzig. Gehandelt wird GHB in kleinen Plastikampullen oder Fl√§schchen. Ca. 10 ‚Äď 30 min nach der Einnahme setzt die Wirkung ein. GHB ist biochemisch mit dem f√ľr Reizleitung im Nervensystem zust√§ndigen Botenstoff Dopamin, dem sog. ‚ÄěGl√ľckshormon‚Äú, verwandt. Dementsprechend f√ľhlen sich Konsumenten unter GHB ausgeglichen, fr√∂hlich und etwas berauscht, Sinneseindr√ľcke werden verst√§rkt. Auch kann GHB sexuell anregend wirken. Bei anderen stehen Schl√§frigkeit, Verwirrtheit oder Ged√§chtnisst√∂rungen im Vordergrund. Das Rauschempfinden wird, wie bereits f√ľr andere Drogen beschrieben, auch bei GHB von dem individuellen seelischen und k√∂rperlichen Zustand des Konsumenten beeinflusst.

Deutlich ist jedoch vor allem die Dosisabh√§ngigkeit der GHB-Wirkung. Zuviel GHB verst√§rkt die einschl√§fernde Wirkung bis hin zur Bewusstlosigkeit. Erbrechen und Kopfschmerzen, Kr√§mpfe und Schwindel sind m√∂gliche Folgen. Dabei ist die Spanne zwischen erw√ľnschter Wirkung und der Gefahr der Vergiftung schmal. Dies ist besonders problematisch weil die tats√§chliche Wirkstoffmenge in der gekauften L√∂sung oder Tablette unbekannt ist und stark schwanken kann. Die Folgen einer √úberdosierung von GHB k√∂nnen fatal sein, insbesondere bei gleichzeitigem Konsum von anderen Drogen. So l√∂st GHB zusammen mit Alkohol √úbelkeit aus, gefolgt von schnell einsetzendem Tiefschlaf. Kommt es zum Erbrechen kann der Betroffene ersticken. Hohe Dosen GHB hemmen die Herzaktivit√§t und das Atemzentrum. Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma, Ged√§chtnisst√∂rungen und epileptische Anf√§lle kommen vor. Bei √úberdosierungen kann ein Herz-Kreislaufversagen zum Tode f√ľhren.

Besonders beachtenswert:
Bei bestehender Vorbelastung durch Erkrankungen wie hohem Blutdruck, Epilepsie oder Herz-Kreislaufproblemen ist von einem GHB Konsum dringend abzuraten.

‚ÄěVergewaltigungsdroge‚Äú GHB
Die Bedeutung von GHB als sog. Ko-Tropfen im Zusammenhang mit Straftaten, insbesondere F√§lle von sexuellen √úbergriffen bis hin zu Vergewaltigungen, nimmt deutlich zu. Insbesondere M√§dchen und junge Frauen sollten sich dieses Risikos bewusst sein. Straft√§ter mischen unbemerkt GHB in das Getr√§nk ihres Opfers, in Diskos und Kneipen, auf Volksfesten, aber auch privaten Partys. Der leicht salzige Geschmack des GHB wird von dem Eigengeschmack des Getr√§nks √ľberdeckt. Der Wirkungseintritt macht willenlos und gef√ľgig. Nach au√üen wirkt der T√§ter wie ein helfender Freund, der das vermeintlich betrunkene M√§dchen nach drau√üen an die frische Luft oder nach Hause bringen m√∂chte. In Wirklichkeit ist der sexuelle √úbergriff das Ziel. Unter dem Einfluss von GHB ist das Opfer wehrlos. Sehr h√§ufig k√∂nnen sich die betroffenen M√§dchen und Frauen sp√§ter auch nur bruchst√ľckhaft oder gar nicht erinnern, da eine h√∂here Dosis GHB zu einem Ged√§chtnisverlust f√ľhrt.
Die Dunkelziffer der √úbergriffe unter GHB-Einfluss ist sehr hoch, da die Opfer ohne konkrete Erinnerung an Tat und T√§ter den Weg zur Polizei scheuen. Das GHB selbst ist bereits nach 4 ‚Äď 5 Stunden zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut, so dass der Einfluss der Droge bei einer sp√§teren Untersuchung nicht mehr nachgewiesen werden kann.
Jede Frau sollte diese besondere Gefahr von GHB kennen. Dies gilt umso mehr f√ľr M√§dchen und Frauen mit einem angeborenem Herzfehler, da hier das Risiko schwerwiegender k√∂rperlicher Nebenwirkungen hinzukommt. Das eigene Getr√§nk nicht aus den Augen zu lassen, sich von fl√ľchtigen Bekannten oder Fremden kein Getr√§nk spendieren lassen sind wichtige Verhaltensregeln. Auch sollten M√§dchen aufeinander achten und nicht zulassen, dass die anscheinend betrunkene Freundin mit einem Fremden oder nur fl√ľchtigem Bekannten die Party oder Disko verl√§sst. Sollte es doch zu einem √úbergriff gekommen sein, so ist der Gang zum Arzt und zur Polizei stets der richtige Weg. Bei einer zeitnahen k√∂rperlichen Untersuchung k√∂nnen Verletzungen dokumentiert und z. B. DNA-Spuren gesichert werden, die sp√§ter als Beweismittel zur Aufkl√§rung der Tat beitragen k√∂nnen.

Rat und Hilfe
Der Konsum von Alkohol oder Drogen kann nicht nur die Gesundheit akut sch√§digen, sondern in die Abh√§ngigkeit f√ľhren mit schwerwiegenden gesundheitlichen und sozialen Folgen. Wege aus der Sucht zu finden, √ľberfordert Betroffene und auch Eltern oder Freunde, die helfen m√∂chten.
Z√∂gern Sie daher nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie das Gef√ľhl haben, Ihr Kind, Freunde oder auch Sie selbst haben ein Problem mit Drogen oder Alkohol. F√ľr pers√∂nlichen Rat und Hilfe gibt es viele Anlaufstellen von St√§dten und Kreisen, Kirchen und privaten Tr√§gern. Eine ausf√ľhrliche Adressensammlung mit Suchfunktion √ľber Postleitzahlen steht unter Suchtmittel.de zur Verf√ľgung.

 

Dr.-Ing. Heike Felske-Zech, Biotechnologin
unter Mitwirkung von
Dr. med. Christoph G. Birngruber, Arzt
Wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut f√ľr Rechtsmedizin in Gie√üen


Quellen der Fakten, Zahlen und Zitate
Drogen- und Suchtbericht der Drogenbeauftragten der Bundesrepublik Deutschland, Mai 2011
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (www.Drogenbeauftragte.de)

Techniker Krankenkasse, Pressemitteilungen (www.TK.de)

www.rauchfrei-info.de
Bundeszentrale f√ľr Gesundheitliche Aufkl√§rung (www.bzga.de)

www.Drugcom.de

www.Wikipepia.de

European monitoring centre of drugs and drug addiction (www.emcdda.europa.eu)
Europ√§ische Sch√ľlerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2007 (ESPAD) (Ludwig Kraus, Alexander Pabst, Susanne Steiner, Institut f√ľr Therapieforschung M√ľnchen)
‚ÄěSpice, Smoke, Sence & Co. ‚Äď Cannabinoidhaltige R√§uchermischungen: Konsum und Konsummotivation vor dem Hintergrund sich wandelnder Gesetzgebung‚Äú (Bernd Werse, Oliver M√ľller, u.M.v. Nabil Ahme, Goethe-Universit√§t Frankfurt a.M., FB 04, Centre for Drug Research)

g!nko-Stiftung f√ľr Pr√§vention (www.ginko-stiftung.de)
‚ÄěLiquid Ecstasy (GHB) - ein unheimlich raffiniertes K.-o.-Mittel.‚Äú (M. Jansen, H. Sch√ľtz und M.A. Verhoff, Institut f√ľr Rechtsmedizin, Universit√§tsklinikum Gie√üen und Marburg, MTA-Dialog, Fachbeitr√§ge 12-2007, www.mta-dialog.de)

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